Kennen Sie noch eine „Kramfedertasche“ von früher – mit Schere, Lineal, Tintenpatronen und manchmal auch besonders guten Stiften – und einem kleinen zusammengefalteten Liebesbrief oder einem Spickzettel für die Mathearbeit unten in einer Ecke versteckt. Tintenlöscher oder Kugelschreiber, die zum Schreiben im Unterricht verboten waren, fanden in der Kramfedertasche ebenfalls ihren Platz.
Ich hatte auch so ein Täschchen aus Leder von meinem Vater geschenkt bekommen, das nach Jahren schon den einen oder anderen Farbklecks hatte. Aber je älter, umso griffiger wurde es. Später wunderten sich meine eigenen Kinder über dieses „abgefrackte Ding“, das für mich doch voll Erinnerungen an manches Geheimiss steckte. Letzlich war es eines von vielen Stücken Autonomie bei aller schulischer und elterlichen Kontrolle, die jeder Mensch für sich braucht. Ob Kaugummi-Kauen im Schulflur oder ein Metallring im linken Ohrläppchen oder eben so ein Kramfedertäschchen mit dem Peacezeichen drauf : es steht für das Eigene und das Aufbegehren – das eigene Aufbegehren sozusagen.
Was hat nun aber die Schreibmappe mit Kultur zu tun? Wozu eigenes Aufbegehren?
Weil Kultur auch immer ein Stück Aufbegehren gegen die bestehende Ordnung ist. Und was mit einem Tangostück auf einem Rasen inmitten einer Karniner Hofgemeinschaft beginnt, endet bestenfalls mit einem anregenden Gespräch über das notwendige Aufwachen in unserer Gesellschaft. Und was wie zufällige Begegnungen von Menschen aussieht, muss nicht zufällig und einmalig bleiben, denn wir brauchen konstruktive und sinngebende Kooperationen von Menschen, die etwas bewegen wollen. Bewegung passiert zu aller Erst im eigenen Kopf, dann zieht sie Kreise. Und Bewegung braucht Impulse und Inspiration. Hier vor Ort und über die Grenzen einer Insel hinweg.


Nicht alles, was uns umgibt und was wir vorgesetzt bekommen, passt uns in den Kram. Deshalb machen wir unseren eigenen Kram. Wir kramen so vor uns hin, bis wir ein schönes altes Möbelstück finden und polieren es dann auf. Wir fangen neben Fischhappen auch (und ausschließlich) kleine kulturelle Happen und servieren Ihnen diese. Nicht auf einem Silbertablett, aber auf einem rustikalen Holzbrett mit einer Papierserviette.
Mag sein, das wiederum diese Angebote Ihnen nicht in den Kram passen. Dann holen Sie Ihren Geheimtipp aus Ihrer Krammappe und bereichern uns. Wir sind offen für Ideen und Anregungen.
Wenn Sie mehr über unseren „Karniner Kultur Kram“ wissen möchten, rufen Sie uns einfach an:
Telefon 0172 720 16 60 oder per Mail unter kontakt@karniner-kultur-kram.de.